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Judith Brecht
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ÜbersetzerBlog

25. Juni 2012

„Die medizinische Fachsprache und ihre Terminologie“ am 23.06.2012 in Heidelberg

Am 23.06.2012 besuchte ich das von der Diplom-Übersetzerin Dr. Nicole Keller geleitete Grundlageseminar „Die medizinische Fachsprache und ihre Terminologie“ in Heidelberg.

In dem Seminar wurden folgende Themen behandelt:

  • Kurzer geschichtlicher Überblick über die Entwicklung der medizinischen Fachsprache von Homer, Hippokrates und einigen anderen Persönlichkeiten, die die frühe Entwicklung geprägt haben,  bis zur Gegenwart. Dargestellt wurde auch der Einfluss, den zunächst die griechische und lateinische Sprache, später dann das Englische auf die medizinische Terminologie genommen haben.
  • Behandlung der Frage, wie man sich sowohl in der deutschen als auch in der englischen Sprache in die medizinische Fachsprache einarbeiten kann. Hier wurden einige Bücher, die vor allem von Medizinstudenten bzw. Medizinern als Einarbeitungsmaterial verwendet werden, vorgestellt.
  • Grundlegende Strukturen der medizinischen Fachterminologie: Präfixe, Suffixe, Wortstämme (hier „Bindeformen“ genannt). Anhand von Beispielen wurde veranschaulicht, wie man sich durch die Aufteilung der Termini in ihre Bestandteile deren Bedeutung leichter erschließen kann.
  • Vergleich eines deutschen und eines englischen Textes zum kardiovaskulären System
  • Kurze Aufzählung der verschiedenen Zielgruppen medizinscher Texte sowie einiger medizinischer Textsorten
  • Veranschaulichung der Textsorte „Beipackzettel“ anhand von drei Beipackzetteln für das Medikament Aspirin aus Deutschland, Großbritannien und Südafrika
  • Exemplarischer Aufbau einer Terminologiedatenbank in crossTerm (Across) und MultiTerm (SDL Trados)
  • Möglichkeiten der Internetrecherche und Kurzdarstellung der gängigen Wörterbücher Print/CD-ROM (einsprachig und EN <-> DE)

Als Fazit des Seminars lässt sich sagen, dass ich mir ein wenig mehr Praxisbezug gewünscht hätte (konkret z.B.: Welche Möglichkeiten gibt es, als Medizinübersetzer einzusteigen? Wo herrscht Bedarf? Wie sieht der Markt für Medizinübersetzer aus?). Des Weiteren lässt sich für mich sagen, dass die Teilnehmer mit der Arbeitssprache Englisch einen weitaus größeren Nutzen aus dem Seminar ziehen konnten als ich mit meinen Arbeitssprachen Französisch und Spanisch. Es war zwar im Programm angekündigt, dass der Textsortenvergleich anhand des Sprachenpaares Englisch-Deutsch stattfinden würde, jedoch war mir bei der Anmeldung nicht bewusst, dass der gesamte Seminarinhalt – natürlich abgesehen von den allgemeinen Teilen wie z.B. dem geschichtlichen Überblick oder der Darstellung einer Terminologiedatenbank – auf diesem Sprachenpaar beruhen würde. Da jeder Teilnehmer vorab seine Arbeitssprachen angeben sollte, bin ich davon ausgegangen, dass vor allem die Möglichkeiten der Internetrecherche oder die gängigsten Wörterbücher für mehrere Sprachen dargestellt werden würden.

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