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Judith Brecht
Diplom-Übersetzerin (BDÜ)
Landauer Str. 13
76185 Karlsruhe
Fon 0721 2031349
Fax 0721 6254776
www.judith-brecht.de

ÜbersetzerBlog

23. Juli 2010

Übersetzungen Spanisch aus dem Bereich Immobilien

Viele Kunden kommen zu mir, weil sie eine Immobilie in Spanien kaufen möchten oder eine solche geerbt haben, diese wieder verkaufen oder ähnliches. Es werden Kaufverträge, notarielle Urkunden und Grundbuchauszüge erstellt, die aus der spanischen in die deutsche Sprache übersetzt werden müssen – sei es in unbeglaubigter Form, einfach, damit der Kunde beispielsweise versteht, was sein spanischer Anwalt aufgesetzt hat, sei es als beglaubigte Übersetzung, damit der Kunde etwa unklare Besitzverhältnisse rechtlich klären kann.

Um solchen Anforderungen sowohl im Hinblick auf das erforderliche Hintergrundwissen als auch auf das entsprechende fachsprachliche Vokabular gerecht werden zu können, bin ich ständig auf der Suche nach neuen Büchern zum Thema Immobilien in Spanien, die meine “klassischen” Wörterbücher (Slaby/Grossmann, Langenscheidt Handwörterbuch, Becher) ergänzen.

Hier bin ich zunächst auf das “Praxiswörterbuch Immobilien Spanisch” gestoßen, das Langenscheidt zusammen mit dem spanischen Verlagshaus LID Editorial herausgebracht hat. Es ist in zwei Teile gegliedert (SP-D und D-SP) und liefert neben den jeweiligen Übersetzungen auch eine Definition in der jeweiligen Zielsprache. Das Büchlein “kann” vor allem technische Begriffe (Wohnungs-/Häusertypen, Räume + Gebäudeteile, Baumaterialien…), die Rechtsterminologie wird weniger thematisiert. Es kann dann von Nutzen sein, wenn eine Immobilie zum Beispiel in einem “Contrato privado de compraventa” näher beschrieben wird, hat aber meiner Meinung nach nicht so sehr viel Mehrwert im Vergleich zu meinen vorgenannten Standardwörterbüchern.

Das nächste Werk, das ich mir angeschafft habe, ist das Buch “Ausländer in Spanien” der Autoren Löber/Steinmetz/Lozano. Es behandelt folgende Themen: Private und berufliche Niederlassung in Spanien, Vollmachten und Apostille, Das spanische Grundbuch, Spanisches Immobilienrecht, Testaments- und Erbrecht, Bankthemen, Steuersituationen, Staatsangehörigkeit und Gerichte. Das Ganze wird ergänzt durch ein deutsch-spanisches Glossar und eine Übersicht über wichtige Kontaktadressen. Ich muss sagen, dass mir diese Zusammenstellung sowohl in puncto Hintergrundwissen als auch hinsichtlich bestimmer Fachtermini, die man so in den herkömmlichen Nachschlagewerken nicht findet, bereits gute Dienste geleistet hat. Als Beispiel sei das Kapitel über das Grundbuch in Spanien (Registro de la Propiedad) erwähnt, das die Eigenarten des spanischen Systems schön herausarbeitet und den Leser gleichzeitig mit der relevanten spanischen Terminologie versorgt – einige Stichworte, die mir bei meinen Übersetzungsaufträgen immer wieder begegnen: Nota simple informativa, Certificación registral, Escritura pública, inscripción/anotación/nota marginal etc.

Das dritte Buch, das ich hier erwähnen möchte, heißt “Immobilien in Spanien, Erwerb – Verkauf – Vererbung / Inmuebles en España, Adquisición – Venta – Sucesión” und wurde von dem deutschen Rechtsanwalt Dr. Günther F. Hoffmann zusammen mit seinem spanischen Kollegen Dr. Roberto Carballo verfasst. Wie der Titel schon erahnen lässt, ist das Ganze zweisprachig gestaltet, und zwar in Spaltenform, so dass man die beiden Versionen immer schön zum Vergleich nebeneinander hat – was natürlich übersetzungstechnisch schon mal enorm gut ist. Wegen des Umfangs nenne ich hier nur einige Kapitel, die mir aus Übersetzersicht besonders wichtig erscheinen: Hinweise vor jedem Vertragsschluss (u.a. Grundbuchinformationen, Hypotheken/Pfändungen/Nießbrauch, Katasterinformation, Eigentümergemeinschaften…), Hinweise für die Vertragsformulierung (u.a. Privatschriftliche Verträge, Öffentliche Kaufvertragsurkunde…), Vererbung (u.a. Gesetzliche Erbfolge, Testamentsformen, Deutsche/Spanische Erbscheine…) und einiges mehr. Alles in allem eine sehr lohnende Anschaffung!

20. Juli 2010

Übersetzung von Behörden- und Gerichtsbezeichnungen

Als beeidigte Übersetzerin habe ich es immer wieder mit Bezeichnungen für deutsche Behörden oder Gerichte zu tun, die ins Französische oder Spanische übersetzt werden müssen oder umgekehrt mit Termini aus dem französischen oder spanischen Sprachraum, die ich ins Deutsche übertragen muss. Wie gehe ich hier vor? Zunächst einmal gilt der Grundsatz, dass es sich bei solchen Bezeichnungen in gewisser Weise um Eigennamen handelt, die in der Übersetzung übernommen werden. In einer Fußnote werden sie dann übersetzt und ggf. näher erläutert. Als Hilfestellung kann ich hier für Übersetzungen aus dem Deutschen in die Fremdsprache zum Beispiel auf eine Online-Terminologie des Auswärtigen Amtes zurückgreifen, die mir schon so manches Mal weitergeholfen hat. Vor allem bei der Übersetzung von fremdsprachlichen Bezeichnungen ins Deutsche ist natürlich das Internet eine große Hilfe. Oft stelle ich fest, dass sich eine bestimmte deutsche Übersetzung z.B. in der EU-Terminologie schon eingebürgert hat, auf die ich dann zurückgreifen kann (z.B. das spanische Ministerio de Fomento – Ministerium für Inlandsentwicklung).

12. Juli 2010

Besuch kubanischer Verwandter in Deutschland

Dass es immer noch keine Selbstverständlichkeit ist, dass kubanische Staatsbürger ihre Verwandten in Deutschland besuchen dürfen, habe ich vor kurzem erfahren. Ein Kunde, dessen Neffe ihn während der Sommerferien in Karlsruhe besuchen möchte, legte mir eine notariell beglaubigte Einladung zur Übersetzung vor, in der er sich verpflichtet, sämtliche mit dem Aufenthalt und der Rückreise des Eingeladenen verbundenen Kosten zu übernehmen. Das Dokument enthielt außerdem sämtliche Daten zu der einladenden sowie der eingeladenen Person, zu ihrem Verwandtschaftsverhältnis, Zweck und Dauer des Aufenthalts usw. Das Ganze sollte zusammen mit einer von einem beeidigten Übersetzer angefertigten und vom Landgericht vorbeglaubigten Übersetzung ins Spanische an die Kubanische Botschaft geschickt werden – wohl das übliche Prozedere in solch einem Fall, für dessen Bearbeitung von Seiten der Botschaft satte 200.- Euro bzw. 225.- Euro (bei Übersenden per Post) berechnet werden. Die hat der in Deutschland lebende Familienangehörige zusätzlich zu den Kosten für die notarielle Beglaubigung seiner deutschen Einladung, die Übersetzung, die notarielle Beglaubigung der Unterschrift des Übersetzers sowie die Vorbeglaubigung durch das Landgericht zu tragen. Für Angehörige mit nachgewiesenem Verwandtschaftsverhältnis ersten oder zweiten Grades (Eltern, Söhne/Töchter, Großeltern, Enkelkinder) geht alles wohl etwas unkomplizierter, aber trotzdem: Wahnsinn.

9. Juli 2010

Sommerlektüre

Eigentlich mag ich Bücher nicht, die mit Rückblenden arbeiten. Doch in Claudie Gallays Roman “Les Déferlantes”, auf den ich vor kurzem durch einen Artikel im französischen L’Express aufmerksam geworden bin, stören sie mich nicht. Hier sind es immer nur kurze Einwürfe, um dem Leser nach und nach aufzuzeigen, warum sich die Protagonistin (die als Ich-Erzählerin  namenlos bleibt) in das einsame Haus “La Griffue” an der Küste der Normandie zurückgezogen hat, um dort ihrer Arbeit als Ornithologin nachzugehen. Als eines Tages Lambert in dem Ort auftaucht, um das tragische Bootsunglück aufzuklären, bei dem vor vierzig Jahren seine Eltern und sein jüngerer Bruder ums Leben kamen, beginnt die Gechichte spannend zu werden. Mal sehen, wie’s weitergeht (ich habe erst ca. 1/3 des Buches gelesen), auf alle Fälle bin ich von den Landschaftsbeschreibungen der Autorin schon mal total begeistert. Im Cotentin war ich noch nie, das wird sich aber bestimmt noch ändern.

3. Juli 2010

Muss für eine beglaubigte Übersetzung das Originaldokument vorgelegt werden?

Zu dieser Frage läuft im Diskussionsforum unseres Berufsverbandes BDÜ gerade eine interessante Diskussion. Einige KollegInnen sagen, sie fertigen eine beglaubigte Übersetzung ausschließlich auf der Grundlage des Originaldokumentes an. Sie argumentieren, es sehe beim Empfänger nicht gut aus, wenn im Beglaubigungsvermerk steht, die Übersetzung sei ausgehend von einer Kopie angefertigt worden. Manche haben auch Angst vor gefälschten, “zusammenkopierten” Vorlagen, die nicht mehr mit dem Original übereinstimmen. Wieder andere befürchten, mögliche Anmerkungen auf der Rückseite des Dokumentes auszulassen, Stempel schlechter lesen zu können oder ähnliches. Ich kann nicht alle dieser Argumente nachvollziehen. Ich bin nicht der Ansicht, dass eine beglaubigte Übersetzung nur anhand einer Originalvorlage angefertigt werden darf. Wenn ich in meiner Beglaubigungsformel am Ende der Übersetzung ausdrücklich darauf hinweise, in welcher Form (Kopie, PDF-Datei, Fax…) mir der Ausgangstext vorgelegen hat und eine Kopie desselben anhefte, ist das zusammen mit dem Vermerk, dass die beglaubigte Übersetzung nur mit dem Original gültig ist, meines Erachtens genauso “sauber”. Es sieht nicht “schlechter” aus, und wenn der Empfänger einmal der Ansicht sein sollte, er möchte die Übersetzung doch lieber auf Basis des Originaldokumentes angefertigt haben (was bei mir in der Praxis noch nie vorkam), so lässt mir der Kunde dieses eben nachträglich zukommen und ich ändere meinen Beglaubigungsvermerk entsprechend. Außerdem: Wie soll denn der Übersetzer die Echtheit des Originals überprüfen? Hier kann es sich doch ebenso gut um eine Fälschung handeln. In seinem Beglaubigungsvermerk bestätigt der Übersetzer lediglich die Übereinstimmung der Übersetzung mit dem ihm vorliegenden Ausgangstext, nicht mehr und nicht weniger. Das einzige Argument, das mir in diesem Zusammenhang stichhaltig erscheint, ist die Gefahr, in der Übersetzung einen Text auf der Rückseite oder einem angehefteten Zusatzblatt zu vergessen. Aus diesem Grund muss das Vorhandensein solcher Besonderheiten auch immer explizit beim Kunden abgefragt werden, wenn das Original nicht vorgelegt wird. Bei Dokumenten, an die z.B. eine Apostille angeheftet ist, verlange auch ich immer die Vorlage des Originals. Diese Sicht der Dinge wird zum Glück von vielen KollegInnen geteilt, am Ende muss jeder selbst sehen, was er vertreten kann!